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Musikalische Bildung

 

BMU-Präsident Dr. Michael Pabst-Krueger wiederum ins Präsidium des Deutschen Musikrats gewählt

Pressebericht vom 25.10.2017
 
Am 20. und 21. Oktober 2017 tagte im Berliner Abgeordneten-Haus die Generalversammlung des Deutschen Musikrates (DMR). Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl des Präsidiums für die neue vierjährige Legislatur.

An der Spitze des DMR steht nach erfolgreicher Wiederwahl weiterhin Prof. Martin Maria Krüger. Als Vizepräsidentin/en wurden Prof. Udo Dahmen, Prof. Dr. Ulrike Liedtke und Hartmut Karmeier bestätigt.

BMU-Präsident Dr. Michael Pabst-Krueger kandidierte als weiteres Präsidiumsmitglied und wurde mit einem hohen Stimmenanteil wiederum gewählt. Somit kann er seine vor einem Jahr erfolgreich begonnene Arbeit im ausführenden Leitungsgremium des Deutschen Musikrates weiterführen. Dr. Pabst-Krueger wird sich im DMR-Präsidium um die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Musikalische Bildung an unseren Schulen und die Förderung innovativer Formen musikalischen Lernens einsetzen. Ebenso wird er das Zusammenspiel von schulischer und außerschulischer Musikalischer Bildung im Sinne des BMU befördern, um in dieser Spur die Stärkung der gesellschaftlichen Relevanz von Musik auch durch die Zusammenarbeit von Laien- und professioneller Arbeit auszubauen.

 

 

Erste öffentliche Sitzung des 2016 gegründeten Europäischen Netzwerks der Musiklehrerverbände im Rahmen der 25. EAS-Conference in Salzburg 2017

Bereits bei der 24. EAS-Conference in Vilnius (Litauen) wurde das Europäische Netzwerk der Musiklehrerverbände unter dem Dach der European Association for Music in Schools (EAS) ins Leben gerufen. Federführend waren hierbei der Präsident der EAS Prof. Dr. Gerhard Sammer (Musikhochschule Würzburg) und der Präsident des Bundesverbandes Musikunterricht Dr. Michael Pabst-Krueger (Musikhochschule Lübeck). Nach zwei internen Sitzungen 2016 in Vilnius und 2017 in Salzburg stellte sich das Netzwerk am 22. April 2017 im Rahmen der 25. EAS-Conference in Salzburg erstmals einer interessierten Öffentlichkeit vor, diskutierte hier die möglichen Arbeitsfelder und Perspektiven, sammelte Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und gab sich Aufgaben für die weitere Arbeit.

Wichtigste Ziele dieses Netzwerks:

  • Herstellung von Kontakten zwischen den nationalen Organisationen
  • Erstellen einer Webpräsenz als Subpage der EAS-Website, u.a. mit Informationen, Links zu den Webseiten der nationalen Organisationen und Kontaktadressen
  • Austausch über die Arbeit in den verschiedenen Ländern, z.B. "best practice"
  • Sichtbarmachen der Arbeit der Musiklehrerverbände, z.B. bei den jährlichen EAS-Conferences

Erste Aktivitäten:

  • Erstellen von englischsprachigen Seiten auf den Homepages der nationalen Organisationen
  • Erstellen einer Synopse über die Aktivitäten für die jeweiligen Mitglieder der Verbände (Fragestellung: Was macht die Mitgliedschaft attraktiv?)
  • Planung einer ersten Posterpräsentation über die Arbeit der verschiedenen Verbände bei der 26. EAS-Conference in Jelgava (Lettland)
  • Vorbereitung einer weiteren öffentlichen Sitzung des Netzwerks bei der 26. EAS-Conference in Jelgava (Lettland)

Die Initiative wurde sowohl von der Vertreterinnen und Vertretern der Musiklehrerverbände als auch von den Gästen sehr positiv aufgenommen und durch eine Vielzahl von Ideen und Vorschlägen zur Weiterarbeit befeuert. Eine Reihe von "Hausaufgaben" wird in den auf dieses Treffen folgenden Monaten bearbeitet und hiermit sowohl das Netzwerk mit Inhalt gefüllt als auch die folgenden Sitzungen vorbereitet. Die Perspektiven sind vielversprechend und die Motivation zur Mitwirkung europaweit hoch: Man darf gespannt sein auf viele unerwartete Perspektiven und noch wenig vorhersehbare Entwicklungen auf dieser dem Tagesgeschäft zunächst etwas enthobenen Ebene.

 

MTA-Meeting Salzburg 2017MTA-Meeting Salzburg 2017

Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten öffentlichen Sitzung des Europäischen Netzwerks der Musiklehrerverbände am 22. April 2017 in Salzburg

 

 

Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Musikunterricht verabschiedet Grundsatzpapier zur Musikalischen Bildung an Schulen

"Für musikalische Bildung an Schulen" - das ist der Titel eines Grundsatzpapiers, das die BMU-Mitgliederversammlung am 24.09.2016 beim Bundeskongress Musikunterricht in Koblenz einstimmig verabschiedet hat. Dieses für die künftige Arbeit des BMU wegweisende Papier wurde in einem intensiven Diskussionsprozess entwickelt und wird nun von einem breiten Konsens vieler musikpädagogischer Akteur/innen getragen. Es besteht aus fünf Teilen: Einer Präambel, drei Zustandsbeschreibungen - zur Rolle der Musik in der Gesellschaft, zur aktuellen Situation des Musikunterrichtes und der Musiklehrerbildung - und schließlich der Ableitung der eigentlichen Agenda - des "zu Tuenden".

Die Präambel bildet das Herzstück des Papieres - die nicht hintergehbare Norm, die die Formulierung der konkreten Ziele begründet.

"Musikalische Bildung zielt auf Mündigkeit und zunehmende Selbstbestimmung in sozialer Verantwortung. Sie konkretisiert sich in einer grundlegenden Bedeutsamkeit von Musik für die gesamte eigene Lebenspraxis und wird getragen durch einen breiten, individuell erweiterungs- und vertiefungsfähigen Bezug zur Musik."

In den drei Zustandsbeschreibungen benennt der BMU seine jeweilige Position innerhalb von Spannungsfeldern, die sich angesichts der Heterogenität von Musik in der Gesellschaft, im Musikunterricht und der Musiklehrerbildung entfalten. Angesichts der scheinbar unendlichen musikalischen Vielfalt in der Gesellschaft müssen im Musikunterricht der allgemeinbildenden Schule Orientierungen geboten werden - sowohl im Überblick als auch in exemplarischen Vertiefungen. Die Interessen und musikbezogenen Tätigkeiten der Schülerinnen und Schüler bilden dazu den Ausgangspunkt. Um einen zukunftsfähigen Musikunterricht durchzuführen, müssen die sehr ungleichen Bedingungen, unter denen Musikunterricht aktuell durchgeführt wird, auf gemeinsame Mindeststandards angehoben werden - z.B. in Bezug auf Räumlichkeiten, Ausstattung, Verankerung in den Stundentafeln und die Anerkennung der außerunterrichtlichen Tätigkeiten von Musiklehrenden (Leitung von Chören, Orchestern, Big- und Rockbands, Musical-AGs etc.). Im Studium, das sich im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Pädagogik und Kunst verortet, müssen eine frühe Berufsfeldorientierung und die eigene künstlerische Entwicklung der zukünftigen Musiklehrerinnen und Musiklehrer im Gleichgewicht sein. Damit jene den vielfältigen aktuellen und künftigen Aufgaben dauerhaft gewachsen sind, muss Fort- und Weiterbildung als selbstverständlicher Teil der Arbeitszeit verstanden werden.

Dieses Grundsatzpapier wird der BMU einerseits als Basis für die Weiterentwicklung Musikalischer Bildung an Schulen nutzen und hierzu den entsprechenden politischen Entscheidungsträgern übermitteln, andererseits wird es Basis sein für die landesspezifischen Positionierungen der 16 BMU-Landesverbände.

Download Pressemitteilung

 
 

1. Landeskongress Schleswig-Holstein des Bundesverband Musikunterricht (BMU)

Am 6.-7. November 2015 in Lübeck als Kooperationsveranstaltung des Schleswig-Holsteinischen Lehrerbildungsinstituts (IQSH) und der Musikhochschule Lübeck

Die landesweit größte Musik-Fortbildungsveranstaltung des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH), der Landesfachtag Musik, fand vom 6. bis 7. November 2015 erstmals in Lübeck, erstmals zweitägig und erstmals im Rahmen eines Landeskongresses des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU) statt. In der Musikhochschule Lübeck (MHL) gaben 40 Fachreferentinnen und -referenten in über 60 Workshops ihre Erfahrungen zu den Schwerpunktthemen Inklusion und digitale Medien im Musikunterricht an über 260 Musiklehrkräfte weiter. Bildungsministerin Britta Ernst eröffnete das Abendkonzert, bei dem der Musikkabarettist Lars Reichow, das Klezmer-Ensemble YXALAG und die MHL-Bigband auftraten.

In den einzelnen Veranstaltungen konnten sich Studierende und Praktiker gegenseitig austauschen. Das Programm reichte von Angeboten für die Primarstufe bis hin zur Sekundarstufe II. Neben Workshops wie „Abenteuer Atonalität“, „Erfahrungen mit fremder Musik: Balinesische Gamelanmusik im Unterricht“, „Klezmer“ mit dem jungen Klezmerensemble YXALAG kamen auch die Einsatzmöglichkeiten neuer Medien mit Workshops „Das I-Pad im Musikunterricht“ oder „Interaktive Tafeln im Musikunterricht“ nicht zu kurz. Zudem wurde über die neuen Fachanforderungen informiert, die in Kürze die aktuellen Lehrpläne ersetzen werden.

 

Eröffnung BMU-Landeskongress Schleswig-Holstein 2015 in LübeckEröffnung BMU-Landeskongress Schleswig-Holstein 2015 in Lübeck

Prof. Rico Gubler, Präsident der Musikhochschule Lübeck (li), und StD Sabine Hoene, Landesfachberaterin am IQSH, im Gespräch mit Dr. Michael Pabst-Krueger, Präsident des BMU, anlässlich der Eröffnung des BMU-Landeskongresses Schleswig-Holstein am 6. November 2015 im Großen Saal der Musikhochschule Lübeck

 

Bundesverband Musikunterricht (BMU) gegründet

Der gemeinsame Nachfolgeverband des Verbandes Deutscher Schulmusiker (VDS) und des Arbeitskreises für Schulmusik (AfS) wurde am 20. September 2014 in Leipzig gegründet


"Dann halte ich hiermit fest, dass die Gründung des Bundesverbandes Musikunterricht vollzogen ist". Es war ein bewegender Moment, als der Versammlungsleiter Sebastian Klingenberg das Abstimmungsergebnis über die neue Satzung verkündete mit dem der Gründungsakt des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU) vollzogen war. Bewegend auch, als zur „Geburtsstunde“ des Verbandes spontan der Kanon „Viel Glück und viel Segen“ vierstimmig vom gesamten Auditorium gesungen wurde. Mit über 130 Gründungsmitgliedern und 26 Eintritten im Laufe der Kongresstage verfügt der Verband schon jetzt über eine solide Mitgliederbasis, bevor im Laufe des Jahres 2014 der Arbeitskreis für Schulmusik (AfS) und der Verband deutscher Schulmusiker (VDS) samt seinen Landesverbänden in den
Bundesverband Musikunterricht e.V. (BMU) übergehen werden. Dass neben prominenten Vertretern des Musiklebens, wie zum Beispiel dem Präsidenten der Föderation musikpädagogischer Verbände Prof. Hans Bäßler, dem Präsidenten des Deutschen Musikrates Prof. Martin Maria Krüger oder dem Präsidenten des Landesmusikrates Sachsen Prof. Christoph Krummacher, über 100 weitere Gäste die Einladung zur Gründungsversammlung wahrgenommen hatten, übertraf bei weitem die Erwartungen der Veranstalter.
„Es war ein langer Weg, die beiden Verbände zusammenzubringen, aber es hat sich gelohnt durchzuhalten“, freuen sich die beiden neu gewählten Präsidenten des BMU, Prof. Dr. Ortwin Nimczik und Dr. Michael Pabst-Krueger. „Dem Leitgedanken des Verbandes „für musikalische Bildung an Schulen“ folgend, werden wir uns nun noch besser für ein gemeinsames, umfassendes Konzept für musikalische Bildung in jeder Schule in Deutschland und auf der Grundlage von kontinuierlichem Musikunterricht einsetzen können.“
Als Vizepräsidentinnen wurden Prof. Dr. Dorothee Barth und Evelyn Beißel gewählt; acht weitere Vorstandspositionen gehen an Helmut F. J. Bencker, Sören Grebenstein, Tilman Heiland, Sebastian Klingenberg, Friedrich Neumann, Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt, Andreas Wickel und Julia Wolf.

Die offizielle Presserklärung kann über den folgenden
Link abgerufen werden:
Zur Gründungsversammlung des Bundesverbandes Musikunterricht

Weitere Informationen, Fotos und Videos zur Gründungsversammlung des Bundesverbandes Musikunterricht finden sich auch im täglichen Blog des 2. Bundeskongresses Musikunterricht in Leipzig.

Nachdem die Mitgliederversammlungen von VDS und AfS die Aufschmelzungen auf den Bundesverband Musikunterricht im Herbst 2014 beschlossen hatten, beschloss die Bundesmitgliederversammlung des BMU am 13.12.2014 jeweils einstimmig die Aufnahme der bisherigen Musiklehrerverbände zum 1. Januar 2015: Damit kann die Arbeit unter einem gemeinsamen Dach zu Jahresbeginn 2015 starten: Ein langer Weg ist vollendet und gute Voraussetzungen für den Einsatz für Musikalische Bildung an Schulen gegeben.
 
 

Energiewende – MINT versus Kunst?

Eine Podiumsdiskussion während der Musikmesse in Frankfurt/Main 2014 mit Michael Pabst-Krueger (Arbeitskreis für Schulmusik), Torsten Geißler (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Theo Geißler (neue musikzeitung). Regensburg: nmz-media (2014).

Wird die kulturelle Bildung zugunsten der MINT-Fächer an deutschen Schulen wegrationalisiert? Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik werden an deutschen Schulen besonders gefördert, oft auf Kosten des Musikunterrichts. Diese problematische Entwicklung wurde in einer Podiumsdiskussion auf der Musikmesse 2014 in Frankfurt/Main kritisch hinterfragt. Das Video kann über den folgenden Link online abgerufen werden: Energiewende – MINT versus Kunst?

 

Für fachliche Qualität und Professionalität

Eine Stellungnahme von AfS und VDS zur Empfehlung der Kultusministerkonferenz  zur „kulturellen Kinder- und Jugendbildung“

Im Oktober 2013 hat die KMK ihre Empfehlung zur „kulturellen Kinder- und Jugendbildung“ beschlossen. Die Musiklehrerverbände Arbeitskreis für Schulmusik (AfS) und der Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) begrüßen ausdrücklich die in diesem Papier verstärkt geforderten Aktivitäten in der außerschulischen kulturellen Bildung – auch mit Blick auf Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen. Gleichwohl halten wir einige Schlussfolgerungen, die gezogen werden, für problematisch, da sie weder mit der wissenschaftlichen noch mit der alltagspraktischen Erfahrung in Einklang zu bringen sind. Zudem sehen wir die Gefahr, dass einige der aufgezeigten Konsequenzen gerade nicht zu einer Bereicherung des kulturellen Lebens an Schulen, sondern zu dessen Verarmung bzw. qualitativen Verflachung führen würden. Wir wenden uns daher an die für die allgemein bildenden Schulen zuständigen Ministerinnen und Minister der 16 Bundesländer, damit in zukünftigen Empfehlungen, Verlautbarungen und Diskussionen zum Thema folgende Punkte berücksichtigt werden:

1. Im KMK-Papier und in anderen Papieren zum Thema „Kulturelle Bildung“ wird formuliert, „Kulturelle Bildung“ müsse allen Kindern und Jugendlichen zugänglich gemacht bzw. überhaupt erst flächendeckend eingeführt werden. Tatsächlich aber findet „Kulturelle Bildung“ tagtäglich an nahezu allen Schulen der Bundesrepublik Deutschland statt und der Fachunterricht in Musik, Kunst oder Theater ist de facto der einzige Ort, an dem „Kulturelle Bildung“ alle Kinder und Jugendliche – unabhängig von ihrer sozialen, ökonomischen oder kulturellen Herkunft – erreicht. Kulturelle Bildung ist also bereits im Rahmen der künstlerischen Fächer in der Schule verankert, sodass die erste und zentrale Forderung die Sicherung des qualifizierten und von ausgebildeten Fachkräften erteilten Fachunterrichts in diesem Bereich sein muss.

2. Wir bitten darum, in künftigen Empfehlungen die zentrale Rolle der schulischen „Kulturellen Bildung“ eindeutiger als bisher zu artikulieren und deutlich herauszustellen, dass es sich bei Angeboten zur „Kulturellen Bildung“ außerhalb des Fachunterrichts an allgemein bildenden Schulen in der Regel um Vertiefungen, Ergänzungen oder individuelle Schwerpunktsetzungen in einem Gesamtangebot „Kultureller Bildung“ handelt.

3. Die Musiklehrerverbände begrüßen explizit den Ausbau der außerschulischen „Kulturellen Bildung“ auch mit Blick auf vielfältige Kooperationsmöglichkeiten mit Schulen – sei es in Arbeitsgemeinschaften oder anderen zusätzlichen Angeboten in der Ganztagsschule oder auch punktuell mit dem Fachunterricht Musik. Formulierungen in diesem und anderen Papieren zur „Kulturellen Bildung“ geben jedoch Anlass zur Sorge, dass der Fachunterricht in Teilen oder auch ganz durch projektartige kooperative Modelle mit außerschulischen Kulturschaffenden ersetzt werden soll oder diese Möglichkeit zumindest in Betracht und als gleich- bzw. gar höherwertiger bewertet wird.

4. Wir fordern deshalb, dass die zuständigen Ministerien die Verantwortung für jedes einzelne künstlerische Schulfach, also den Elementen der kulturellen Bildung, weiterhin übernehmen und dies auch in ihren Positionierungen und Entscheidungen nach außen hin deutlich machen. Der Fachunterricht Musik, für den wir hier sprechen, musste in den letzten Jahren bereits an vielen Stellen deutliche Kürzungen hinnehmen. Er darf in seiner Kontinuität und in seinem curricularen Aufbau, der auf musikdidaktischen Fundamenten ruht und von ausgebildeten Fachlehrern erteilt wird, an keiner Stelle weiter gekürzt, ersetzt oder in andere Weise als „Verhandlungsmasse“ in einen allgemeinen Topf der „Kulturellen Bildung“ eingebracht werden.

5. Es gibt in diesem und anderen Papieren eine Tendenz, die ästhetischen Fächer zu Lernbereichen, Kulturprofilen o.ä. zusammenzufassen oder neuerdings auch von einer gewünschten „Multiprofessionalität“ der Lehrenden zu sprechen. Das Talent, sich in mehreren Künsten ausdrücken zu können, ist jedoch nur sehr wenigen Menschen gegeben und lässt sich vor allem nicht beliebig „anerziehen“. Nicht zuletzt deshalb muss in diesen Feldern die besondere Eignung – auch für die entsprechenden Lehrämter – bundesweit in Eignungsprüfungen an künstlerischen Hochschulen oder Universitäten nachgewiesen werden – was nur in sehr seltenen Ausnahmefällen von einzelnen Personen in mehreren Fächern möglich sein wird.

6. Wir fordern daher auf, künftig deutlicher herauszustellen, dass eine hochwertige fachliche Qualifikation der Lehrenden in- und außerhalb von Schule unverzichtbar für die „Kulturelle Bildung“ ist und deshalb weiterhin gewährleistet bleiben muss – gerade und insbesondere auch für die inzwischen allgemein als unverzichtbar angesehene Herstellung künstlerischer Produkte als Voraussetzung Kultureller Bildung, die durch deren Rezeption allein nicht erreicht werden kann. Diese fachliche Qualifikation muss sowohl in der Ausbildung als auch im Einsatz der Lehrenden an den Schulen erhalten bleiben. Einer Entprofessionalisierung im Bereich des Unterrichtsfaches Musik, der weiteren künstlerischen Fächern und damit der Kulturellen Bildung insgesamt ist dagegen deutlich entgegenzutreten.

2. April 2014

Dr. Michael Pabst-Krueger (AfS-Bundesvorsitzender)
Prof. Dr. Ortwin Nimczik (VDS-Bundesvorsitzender)

 

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Zu aktuellen Themen der Musikalischen Bildung wird hier außerdem auf folgende Webseiten verwiesen: