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Hochschulische Lehre:
"Historische Seminarpraxis"

 

Die in diesem Menü dargestellten Veranstaltungen haben bereits über längere Zeit nicht mehr stattgefunden, sind aus historischer Perspektive aber durchaus auch heute noch interessant: Welche Themen und Veranstaltungsformate waren vor einigen Jahren von Bedeutung und wurden dennoch aus dem Angebot der (in diesem Fall Lübecker) Hochschule genommen?

 

Musikpädagogisches Seminar zum Einführungspraktikum

Zielgruppe: Bachelorstudierende in der Eingangsphase der Lehramtsstudiengänge Musik

Das mehrwöchige Einführungspraktikum außerhalb des Musikunterrichts an allgemeinbildenden Schulen diente der Berufserkundung im Gesamtbereich der Musikvermittlung. Es konnte in der Kinder-, Jugend- oder Erwachsenenarbeit, im Rahmen bestehender Projekte oder Einrichtungen oder als eigenständiges Projekt absolviert werden. Das begleitende Seminar diente zur Vor- und Nachbereitung sowie zur organisatorischen Begleitung des Praktikums und thematisierte übergreifende Themen wie Musikvermittlung, Projektarbeit, Vortragsgestaltung usw. Es handelte sich um eine Pflichtveranstaltung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Einführungspraktikums.

Das Einführungspraktikum im außerschulischen musikpädagogischen Bereich war ein wichtiger Baustein im Lehr-/Lernangebot des (bezüglich der musikpäagogischen Arbeitsfelder) polyvalenten BA of Arts an der Musikhochschule Lübeck, wurde aber dennoch im Zusammenhang mit Studienreformen und aufgrund von Überlegungen zur Arbeitsbelastung der Studierenden aus dem Studienangebot gestrichen.

 

Kolloquium zum Schulmusik-Projekt

Zielgruppe: Studierende der "Schulmusik" in höheren Fachsemestern

Bei der Meldung zur 1. Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien musste die erfolgreiche Teilnahme an einem musikpädagogischen Projekt nachgewiesen werden. Dieses konnte eine Gemeinschaftsarbeit von bis zu drei Studierenden sein und an der Musikhochschule, an einer allgemeinbildenden Schule oder im Rahmen anderer musikpädagogischer, musikwissenschaftlicher oder künstlerischer Aktivitäten der Studierenden durchgeführt werden. Es sollte sich über höchstens zwei Semester erstrecken. Die Planung, Durchführung und Auswertung des Projektes war in angemessener Form zu dokumentieren und zu präsentieren, z. B. durch einen schriftlichen Bericht und einen Kolloquiumsvortrag.

Das Kolloquium zum Schulmusik-Projekt diente zur inhaltlichen und organisatorischen Begleitung des Projektes. Die Studierenden wurden hierbei mit den Grundlagen der Projektarbeit vertraut gemacht und in ihrer selbstständigen Arbeiten bei der Planung, Durchführung und Auswertung ihres Projektes nach Bedarf unterstützt. Weiterhin bot das Kolloquium ein Forum zur kritischen Diskussion verschiedener Aspekte der Projektarbeit und Hilfen für die Auswertung und Präsentation der Ergebnisse.

Die Schulmusik-Projekte wurden mit der Umstellung der Staatsexamensstudiengänge Lehramt Musik auf das Bachelor-/Master-System in ein größeres System von "Interdisziplinären Projekten" überführt, die hierdurch ein deutlich größeres Gewicht erhielten.

 

Medienpraxis im Musikbereich

Zielgruppe: Studierende der Lehramtsstudiengänge Musik

Computer können nützliche Hilfsmittel bei vielen Arbeiten im Musikbereich sein: Sie dienen als Aufnahmegeräte, helfen beim Arrangieren, erstellen Playbacks und Notate, stellen Übungsaufgaben u.v.m. Bei der Unterrichtsvorbereitung kann durch den Einsatz des Computers schneller und effektiver gearbeitet werden. Im Musikunterricht eröffnen sich zusätzliche Möglichkeiten fachspezifischer Wissensvermittlung und in der musikpraktischen Arbeit. Außerdem spielen Computer in vielen Stilistiken Populärer Musik heute eine derart stilprägende Rolle, dass Grundkenntnisse des Computereinsatzes im Musikbereich zum Verständnis dieser Musik unerlässlich sind.

Die wichtigsten musikspezifischen Einsatzmöglichkeiten von Computern wurden in diesen Veranstaltungen thematisiert und Übungen zu verschiedenen Einsatzbereichen und Arbeitstechniken durchgeführt. Die Arbeit in diesen Kursen bestand aus Einführungen in die einzelnen Themenbereiche und intensiver praktischer Arbeit in kleinen Gruppen an mehreren Rechnern: Hierdurch wurde der Umgang mit dem „Handwerkszeug Musikcomputer“ soweit geübt, dass dieser anschließend gewinnbringend als Instrument und Werkzeug bei der Unterrichtsvorbereitung und im Unterricht selbst eingesetzt werden kann.

Die Veranstaltungskonzeption umfasste vier, teilweise aufeinander aufbauende, Kurse:

1. Grundkurs mit Themen wie bspw.
    - Informations- und Materialbeschaffung über CD-ROMs und das Internet
    -
Erstellen von Arbeitsblättern und Hörbeispiel-CDs für den Unterricht
    - Lernprogramme auf CD-ROM und im Internet
    -
Grundlagen von Begleitautomatik-Programmen

2. Arrangieren am Computer / Grundlagen von Sequencerprogrammen / MIDI-Studio
3. Notieren mit dem Computer / Arbeit mit kostenfreien und professionellen Notationsprogrammen
4. Harddisk-Recording / Audiobearbeitung / Virtuelles Tonstudio

Diese Kurskonzeption habe ich um die Jahrtausendwende zuerst für die Musiklehrer*innenfortbildung entwickelt und dort mehrfach in Form von Blockseminaren durchgeführt. Später fanden die Veranstaltungen Eingang in die Lehramtsstudiengänge an der Universität Kiel und der Musikhochschule Lübeck. Durch die gravierenden Veränderungen der verwendeten Hard- und Software eröffneten sich in schneller Folge immer wieder neue technische und pädagogische Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. In der Folge haben sich auch die Veranstaltungskonzeptionen stark verändert, wobei die grundlegenden Themen und Anwendungsbereiche nach wie vor für die Musikpädagogik relevant sind. Entsprechende Kurse von Kolleginnen und Kollegen sind deshalb auch weiterhin Teil des Lehrangebots der Lehramtsstudiengänge und in der Musiklehrkräfte-Fortbildung.

Eine "historische" Aufstellung von Inhalten und der verwendteten Hard- und Software aus dem Jahre 2008 kann hier eingesehen werden.