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Hochschulische Lehre:
Kurse zu Schulischer Musizierpraxis / Klassenmusizieren

 

Das mit den hier dargestellten Kurskonzepten realisierte Gesamtkonzept zur Qualifizierung von Lehramtsstudierenden Musik für das Aufgabenfeld "Gruppenmusizieren" habe ich in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts an der Musikhochschule Lübeck entwickelt und in die Studienordnungen integriert mit dem Ziel, diesem für Musik-Lehrkräfte zentralen Kompetenzbereich bereits im Studium breiten Raum zu geben. Die Studierenden werden hiermit außerdem in die Lage versetzt, Klassenmusizieren in ihren Schulpraktika von Anfang an auf guten Grundlagen anleiten zu können.

Diese Konzeption hat als "Lübecker Modell" vielfach auch bei Entwicklungen an anderen Hochschulen inspirierend gewirkt. Wesentliche Punkte der Lübecker Konzeption fanden zudem Eingang in die beiden Positionspapiere der "Arbeitsgemeinschaft Schulmusik" der "Rektorenkonferenz der Deutschen Musikhochschulen" (RKM) "Detmolder Erklärung zum Gruppenmusizieren in den Lehramtsstudiengängen Musik" und "Trossinger Erklärung zum Gruppenmusizieren in den Lehramtsstudiengängen Musik".

Teilweise wird die Arbeit in diesen Kursen auch in der stärker künstlerisch ausgerichteten Ensemblearbeit weitergeführt und vertieft. Ensprechende Veranstaltungskonzepte finden sich im Untermenü Ensemblepraxis.

 

Grundlagen der Schulischen Musizierpraxis: Percussion 1/2

Zielgruppe: Bachelorstudierende im ersten Studienjahr der Lehramtsstudiengänge Musik (in Kleingruppen)

In dieser zweisemestrigen (Pflicht-)veranstaltung werden die Fähigkeiten vermittelt, Percussionsinstrumente in heterogenen Lern- und Musiziergruppen einzusetzen. Dies beinhaltet Teilfähigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen Instrumentenkunde, Spieltechniken, Klanggestaltung, Live-Arrangement und Anleitung von Gruppenprozessen. Die wichtigsten Spieltechniken von Percussionsinstrumenten und der fachgerechte Umgang mit Schlägeln, Sticks und Schrappern werden erlernt sowie Musizierstücke unterschiedlicher Stilistiken erarbeitet. Hiermit wird eine fundierte Grundlage für den variablen und stilgerechten Einsatz des Instrumentariums in der künstlerischen und pädagogischen Arbeit gelegt.

 

Musizieren mit Schulklassen 1: Gruppenleitung für heterogene Ensembles –
Probenmethodik, -planung und -durchführung

Zielgruppe: Bachelorstudierende im zweiten Studienjahr der Lehramtsstudiengänge Musik (in Kleingruppen)

Stabspiele und Percussionsinstrumente werden in vieler Hinsicht oft unterschätzt und deren musikalische und pädagogische Möglichkeiten deshalb häufig nur unzureichend genutzt: Mit diesen Instrumenten können klanglich ansprechende und stiltypische Arrangements im Folk-, Pop , Rock-, Latin-, Jazz- und klassischen Bereich jedoch oftmals nicht nur leichter als mit den Originalinstrumenten gespielt, sondern dabei auch klanglich sehr reizvoll und abwechslungsreich gestaltet werden. Grundlegende Spieltechniken auf diesen Instrumenten sind auch für Laien relativ leicht erlernbar, sie müssen jedoch korrekt eingeführt und geübt werden, um ansprechende Klangergebnisse erzielen zu können. Weiterhin werden auch Bandinstrumente, Boomwhackers und "Umweltinstrumente", z. B. Besen, Bälle, Papier, Inhalte der Schultasche usw., genutzt und auf ihre Tauglichkeit für das Laienmusizieren hin untersucht.

In dieser Veranstaltung werden Instrumentalstücke und Liedbegleitungen in unterschiedlichen Stilistiken und variablen Besetzungen auf Stabspielen und Percussionsinstrumenten musiziert und hierbei die Grundlagen des Musizierens mit Laienensembles anhand konkreter Beispiele analysiert, geübt und reflektiert. Erlernt werden die Fähigkeiten, Schüler in heterogenen Ensembles ihren musikalischen Kompetenzen entsprechend anzuleiten, inklusionsbezogene Lernsituationen im Ensemblemusizieren kriteriengeleitet zu analysieren sowie im Bereich des Klassenmusizierens geeignete binnendifferenzierte Unterrichtsmethoden für inklusives Lernen zu entwickeln.

Für Studierende des Lehramts Musik ist dieser Kurs aufgrund seiner hohen Praxisrelevanz sehr zu empfehlen und sollte nach Abschluss der Percussion-Grundkurse als erste Basisveranstaltung im Bereich Schulpraktisches Ensemblemusizieren belegt werden. Von Interessierten anderer Studiengänge kann die Veranstaltung ebenfalls mit Gewinn besucht werden.

 

Musizieren mit Schulklassen 2: Arrangieren für heterogene Ensembles

Zielgruppe: Bachelorstudierende im zweiten Studienjahr der Lehramtsstudiengänge Musik (in Kleingruppen)

Diese Veranstaltung ist als zweiter Basiskurs im Bereich Klassenmusizieren konzipiert. Im Mittelpunkt der überwiegend praktischen Arbeit stehen die Grundprinzipien des Arrangierens für variable Besetzungen, die Erprobung und Reflexion der selbst erstellten Arrangements sowie probenmethodische Übungen. Beim Arrangieren für die Unterrichtspraxis muss sowohl den stiltypischen Besonderheiten jedes Arrangements und den Klangmöglichkeiten der verschiedenen Instrumente, als auch den musikalischen und spieltechnischen Möglichkeiten der Ausführenden besondere Beachtung geschenkt werden. Ausgehend von Analysen der Grundmerkmale verschiedener Stilistiken, der instrumentalen Möglichkeiten und den Bedingungen in heterogen zusammengesetzten Laienensembles werden "einfache" Arrangements konzipiert, geschrieben, musiziert, reflektiert und auf ihre Tauglichkeit in verschiedenen Lerngruppen hin verifiziert.

Für Studierende des Lehramts Musik ist auch dieser Kurs aufgrund seiner hohen Praxisrelevanz sehr zu empfehlen und sollte deshalb als zweite Basisveranstaltung im Bereich Schulpraktisches Ensemblemusizieren belegt werden. Von Interessierten anderer Studiengänge kann diese Veranstaltung ebenfalls mit Gewinn besucht werden.

 

Musizieren mit Schulklassen und musikalischen Arbeitsgemeinschaften 3:
Percussion-Ensemble / MHL-PercussionGroup

Zielgruppe: Bachelor- und Masterstudierende in den Lehramtsstudiengängen Musik (in Kleingruppen)

Diese Veranstaltung wendet sich an Studierende mit Vorkenntnissen im Bereich Percussion, Stabspiele, Pauken und Schlagwerk, die z.B. durch den Besuch der Kurse „Percussion 1+2“ erworben werden können.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Werke der europäischen und nordamerikanischen Literatur für Percussion-Ensembles in unterschiedlichen Besetzungen ebenso wie traditionelle Rhythmen und Arrangements aus anderen Kulturkreisen, z.B. Süd- und Mittelamerika, Afrika, Asien. Hierbei kommen sowohl Bodypercussion, verschiedene Mallet- und Percussionsinstrumente, als auch rockmusikalische Instrumente und traditionelle Orchesterinstrumente zum Einsatz. Die erarbeiteten Stücke können auch in der Ensemblearbeit an allgemeinbildenden Schulen und Musikschulen gut eingesetzt werden, dienen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedoch gleichermaßen zur Übung der rhythmischen Präzision, des Microtimings und des Zusammenspiels in rhythmisch komplexen Strukturen. Bei verschiedenen Gelegenheiten werden die Ergebnisse der Arbeit der interessierten Öffentlichkeit innerhalb und außerhalb der Hochschule präsentiert: Das Programm wird aufgrund der aktuellen Besetzungen und unter Berücksichtigung von Teilnehmerwünschen in jedem Semester neu zusammengestellt.

 

Grundlagen der schulischen Musizierpraxis: Bandtraining für Einsteiger / Bandtraining für Aufsteiger

Zielgruppe: Bachelor- und Masterstudierende in den Lehramtsstudiengängen Musik (Zweitägige Kompaktveranstaltungen nach Vereinbarung)

Diese Veranstaltungen wenden sich an Studierende, die sich bisher noch wenig mit Populärer Musik beschäftigt haben oder über keine eigene Spielpraxis in Smallbands verfügen. Die Grundlagen der Spielpraxis typischer Bandinstrumente, z. B. E-Gitarre, E-Bass, Drumset, werden anhand von Spielmodellen erlernt und geübt sowie in Band-Arrangements aus verschiedenen Stilistiken musiziert, die sämtlich auch in der Arbeit mit schulischen Lerngruppen einsetzbar sind. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf grundlegenden Spielweisen der jeweiligen Instrumente in unterschiedlichen Rock-Pop-Stilarten.

Den Teilnehmer*innen wird hiermit ein praktischer Zugang zu Populärer Musik eröffnet, der sie in die Lage versetzt, Populäre Musik aufgrund eigener Erfahrungen stilgerecht, flexibel und handlungsorientiert zu unterrichten und dabei auch evtl. höhere Fähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler auf deren Instrumenten sinnvoll in den unterrichtlichen Zusammenhang einzubeziehen.

 

Spezialisierung Schulische Musizierpraxis: Percussion 3-8

Zielgruppe: Bachelor- und Masterstudierende in den Lehramtsstudiengängen Musik (in Kleingruppen)

Die Aufbaukurse dienen der individuellen Schwerpunktbildung und Qualifizierung im Bereich Percussion. Anspruchsvollere Rhythmen und Spieltechniken werden erlernt und nach Absprache mit den Teilnehmer*innen in Ensemblestücken, der Begleitung von Bands und in Soloperformances eingesetzt. Hierbei werden das Zusammenspiel in anspruchsvollen rhythmischen Strukturen geübt, die innere Klangvorstellung rhythmischer Strukturen präzisiert und das Gehör für rhythmische Feinheiten geschult: Beides ist eine wichtige Grundlage für das Anleiten musikalischer Gruppenprozesse und beeinflusst auch das Musizieren auf dem Hauptinstrument positiv. Kooperationen mit bestehenden Instrumental-/Vokalensembles bieten weitere Lern- und Musiziermöglichkeiten.

Da einige Studierende über viele Semester an diesen Kursen teilnehmen, ergeben sich auch immer wieder Überschneidungen und Kooperationen mit Percussion-Ensembles (s.o.), die unter dem Label "MHL-PercussionGroup" bei verschiedenen Gelegenheiten auftreten.

 

Percussion / Rhythmische Grundausbildung 1-8

Zielgruppe: Bachelor- und Masterstudierende aller Studiengänge Musik (in Kleingruppen)

Die rhythmische Ausbildung wird auf allen Ebenen der Musikpädagogik oft stark vernachlässigt: Während der Spieltechnik, der Intonation oder der formalen Analyse von der musikalischen Früherziehung bis zur Hochschulausbildung breiter Raum gegeben wird, begnügt man sich im Bereich der Rhythmik oftmals mit einem Niveau, das auch ohne systematische Übung erreichbar ist. Ein ausdrucksvoller Vortrag ohne rhythmische Vorstellungskraft und Präzision, besonders in den Bereichen des Microtimings und polyrhythmischer Strukturen, ist jedoch in keiner Stilistik realisierbar.

In diese Lücke zielen die Angebote der Percussion- und rhythmischen Grundausbildungskurse: Unabhängig von Hauptinstrument und Literaturspiel werden verschiedene Rhythmen aus unterschiedlichen Kulturkreisen erlernt und das Zusammenspiel in einfachen und komplexen rhythmischen Strukturen geübt. Hierbei kommen unterschiedliche Schlaginstrumente zum Einsatz und es werden jeweils grundlegende Spieltechniken erlernt. Die innere Klangvorstellung rhythmischer Strukturen wird präzisiert, das Gehör für rhythmische Feinheiten geschult und die Fähigkeit entwickelt, bei jeder Art des musikalischen Ausdrucks „auf den Punkt“ zu spielen. Arbeitsschwerpunkte bilden Übungen zur Körperarbeit, Bodypercussion, Höranalysen, bewusstes Gestalten des Microtimings, polyrhythmisches Training, das Zusammenspiel in kleinen Percussion-Ensembles und der Einsatz des Metronoms zur Kontrolle des eigenen Timings. Zur Übung des Zusammenspiels in kontrapunktischen rhythmischen Strukturen kommen hierbei auch traditionelle afrikanische und lateinamerikanische Rhythmen sowie Originalinstrumente aus verschiedenen Erdteilen zum Einsatz.

Da einige Studierende über viele Semester an diesen Kursen teilnehmen, ergeben sich auch immer wieder Überschneidungen und Kooperationen mit Percussion-Ensembles (s.o.), die unter dem Label "MHL-PercussionGroup" bei verschiedenen Gelegenheiten auftreten.

 

Ensemblespiel im Kurs "Schulische Musizierpraxis: Percussion 2" an der Musikhochschule Lübeck 2017Ensemblespiel im Kurs "Schulische Musizierpraxis: Percussion 2" an der Musikhochschule Lübeck 2017

 

Bandtraining-Workshop an der Musikhochschule Lübeck 2014Bandtraining-Workshop an der Musikhochschule Lübeck 2014